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4 Sterne - aber nicht in Service und Gastronomie
Um es gleich vorweg zu stellen: das Alpenhotel Oberjoch ist durchaus empfehlenswert, allerdings unserer Meinung nach in den Bereichen "Service" und "Gastronomie" nur mit Abstrichen. Das uns zuerst bei Ankunft angebotene Zimmer (die Nummer 204 oder 205, am Flurende in der 2. Etage) war auf den ersten Blick sehr schön, geräumig, mit freundlichen Farben. Bei genauerem Hinsehen mussten wir dann aber feststellen, dass eine Wandecke des Zimmers stark durchnässt war. Dem Aussehen nach war die Stelle auch bereits (mehrfach?) überstrichen worden. Einige schwarze Stellen besonders im Bereich der (sich lösenden) Sockelleiste sahen verdächtig nach Schimmel aus.
Das uns dann angebotene (gegenüberliegende) Zimmer (muss die Nummer 205 oder 206 gewesen sein), wies an genau der gleichen Wand dieselben Spuren von starker Nässe und schwarzen Stellen auf. Das dritte Zimmer, Nummer 218, haben wir dann genommen. Eigentlich ein sehr schönes, geräumiges Zimmer... wenn nicht die Trennwand zum Hotelflur (wie sich in der ersten Nacht herausstellte) eine äußerst billige Konstruktion gewesen wäre, durch die sich jeder Vorbeigehende anhörte, als würde er direkt an unserem Bett vorbeilaufen. Auch dieses Zimmer also besser meiden!
Was das Essen betrifft, so war dies durchaus schmackhaft. Frühstücksbuffets hatten wir in 4-Sternehotels dieser Preisklasse allerdings schon deutlich abwechslungsreichere erlebt. Und auch bei dem grundsätzlich in Buffetform präsentierten Abendessen fielen uns drei Dinge eher unangenehm auf: das Essen schien uns eher weniger auf Gesundheit als auf Sättigung ausgerichtet (Hauptspeisen und Desserts häufig recht fett zubereitet). Viele der Zutaten hatten frappierende Ähnlichkeit mit Speisen, die wir in unseren Betriebsrestaurants bekommen: halbfertig angelieferte Ware, die in der Küche nur noch aufgewärmt oder angerichtet wird. Vor allem die (fast immer gleichen) Salate (auch der alltägliche Obstsalat beim Frühstück), aber auch Beilagen schienen uns so angeliefert worden zu sein. Wir waren vom 26. 04. -04. 05. im Alpenotel. Bis zum 01. 05. war das Hotel unserer Einschätzung nach zu max. 1/3 belegt. Vom 1.-4. 5. war dann (auf Grund des "verlängerten Wochenendes") volles Haus - was sich leider auch massiv auf den Service ausgewirkt hat. Wir hatten den Eindruck, als wäre das Haus einfach nicht auf so viele Gäste eingerichtet. So klappte das Nachlegen von Speisen am Buffet nur schleppend. Die Servicekräfte schienen mehr mit ein- und abdecken der Tische beschäftigt zu sein als sich ein wenig mehr um die Gäste und deren Wünsche bspw. nach Getränken (immerhin ja auch eine Einnahmequelle des Hotels!) zu kümmern. Trauriges Highlight war eine völlig daneben gegangene Überraschung, die ich meiner Frau machen wollte. Für den Abend unseres Hochzeittages - der in den Urlaub fiel - hatte ich an der Rezeption am Vortag um einen besonders schön gedeckten Tisch gebeten, zwei schöne Kerzen und ein paar Rosen. Am Vorabend habe ich extra nochmals nachgefragt, ob das auch wirklich klappt. Sie können sich meine Enttäuschung vorstellen, als am entsprechenden Abend ... nichts hergerichtet war. Nun können Fehler einmal passieren. Aber zum einen glaube ich nicht dass es zu vermessen ist, von einem Hotel zu erwarten hier etwas gewissenhafter mit seinen Gästen umzugehen. Und zum anderen ist interessant zu erfahren, wie dann mit einer solchen Situation seitens des Hotels umgegangen wird. Als einziges(!!!) bekam ich ein knappes "Das tut uns leid." zu hören. Wir hätten uns sicher über eine kleine Entschädigung, und wären es nur zwei Gläser Sekt gewesen (die übrigens nur mit 4, 50 EUR auf der Karte standen, das Hotel also sicher nicht in den Ruin getrieben hätten), gefreut. Oder zur Überraschung einen schön gedeckten Tisch am nächsten Morgen. Oder... Aber nichts dergleichen. 4 Sterne im Service? Oft ist es ja auch der letzte Eindruck, der einem besonders lange in Erinnerung bleibt. Ein paar freundliche Abschiedsworte, ein kleines Geschenk für das Kind, irgendeine nette Geste die einen überrascht. Der Abschied aus dem Hotel war alles andere als "erinnerungswürdig". Obwohl der grosse Run beim Auschecken schon lange vorbei war, wurde uns lieblos die Rechnung vorgelesen (immerhin hatten wir über 700 EUR in der einen Woche zusätzlich im Hotel zu den reinen Übernachtungskosten gelassen), Auf Wiedersehn, das war's. Auch hier die Frage: 4 Sterne? Wie bereits oben gesagt: dies sind die "geballten" Negativerlebnisse im Bereich Service und Gastronomie. So gesehen mag das Bild extrem negativ erscheinen, was es dann (zum Glück) doch nicht war. Wobei viele der positiven Erlebnisse weniger mit dem Hotel direkt, als mit anderen Gästen, dem tollen Wetter, oder der schönen Landschaft rund um Oberjoch zu tun haben.
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