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Ein rundrum schöner Urlaub
Durch einige unglückliche Zwischenfälle unsererseits kamen wir erst nachts um halb 4 im Hotel an. Trotz der frühen Stunde wurden wir freundlich begrüßt und konnten fachmännisch einchecken. Die Damen und Herren an der Rezeption waren stets freundlich, zuvorkommend und hatten gute Deutschkenntnisse. Die erste Nacht verbrachten wir in einer sehr geräumigen Mini-Suite für 3 Personen im sechsten Stock, bevor wir am darauffolgenden Tag ins Zimmer mit Meerblick umziehen konnten. Der Hochhausteil des Hotels verfügt über kein Meerblickzimmer, sondern richtet den Balkonblick auf Sousse mit dem regem Verkehr auf der Straße. Es funktionierte nur einer der beiden Fahrstühle (der intakte Fahrstuhl war jedoch recht langsam), der auch vom Reinigungspersonal benutzt wurde. Die Zimmer mit Meerblick liegen im zweigeschossigen Teil des Hauses, entweder mit Blick auf Meer, Pool und Garten, oder nur mit Blick auf das Meer. Die Zimmer sind zweckmäßig eingerichtet und sind vom Platz her für zwei Personen völlig ausreichend. Schon auf den ersten Blick sah man auf dem Boden einige fremde Haare liegen, die beim Wischen nicht ganz mitgenommen worden waren. Auch konnte man sicher sein, dass der kleine Tisch, nebst zwei Stühlen in den letzten Wochen zwecks Eckensäuberung nicht von der Stelle gerückt worden waren. Das Bad zeigte auch bei uns einen nicht ganz astreinen Spiegel, sowie Wasserflecken an den Amaturen und lieblose Wischspuren. Ein Tuch mit Desinfektionsmittel könnte empfindlichen Personen gute Dienste leisten! Man muss jedoch auch immer bedenken, dass man sich in Nordafrika befindet. Schaut man nämlich mal ein bißchen rechts und links vom Hotel in die Wohnungen der Einheimischen, sieht es dort nicht gerade gepflegt aus. Ich bin der Meinung, dass das Zimmermädchen schon ihr Bestes gegeben hat, da in Tunesien einfach ein anderer Standard herrscht. So legte sie z. B. unsere Bettwäsche -es gab 7 oder 8 mal neue- immer in wechselnden Formationen aufs Bett. Zum Essen: Das Frühstück ließ bei gerne süß-frühstückenden Menschen keine Wünsche offen. Hier gab es vier Sorten Marmelade, Kuchen etc.. Jedoch 10 Tage lang nur eine Sorte Wurst und eine Sorte Käse zur Auswahl zu haben, war nicht so schön. Natürlich konnte auch warm gefrühstückt werden mit Würstchen, Spiegelei, Rührei und süßem Auflauf. Wenn man nicht allzu spät zum Frühstück kam, gab es manchmal noch Pfannkuchen. Das Abendessen bot uns tagtäglich ein vier Gängemenú: Zwei wechselnde Suppen, ein riesengroßes Salatbuffet, verschiedene Hauptspeisen (Kartoffeln, Reis in verschiedenen Würzungen, Nudeln, Pommes frites, Gemüse -gedämpft oder überbacken-, viele kleine Teigtaschen -typisch tunesisch, Schwein, Kalb und Huhn-, und einen reichlich gedeckten Nachtisch mit Obst, kleinen Kuchen und Eis. Die Kellner waren immer nett und um unser Wohl besorgt. Kleiner Tipp: Ein paar Dinar Trinkgeld versüßen JEDEM Hotelangestellten seine Arbeit! Zum Garten/Pool und Strand: Der Garten bot leider nicht genügend Platz für Liegen. Wenn man erst gegen Mittag kam musste man schon ein bißchen suchen. Am Strand war dafür in der Regel ein Platz frei. Der Garten ist sehr gepflegt. Es gibt schöne Palmen, einen sauberen Pool für Kinder, Nichtschwimmer und Schwimmer, alles war sehr ordentlích. Der Strandabschnitt war ebenfalls ok, wenn auch nicht ganz sauber, da viele Hotelgäste vergessen hatten, dass es für ihre Zigarettenkippen Abfalltöpfe gab. Rechts und links von unserem Hotelabschnitt bevölkerten stets die Einheimischen den Strand und das Meer. Obwohl der Hafen von Sousse in nicht allzu weiter Entfernung ist, war das Wasser immer sauber. Das reichhaltige Animationsprogramm (Streching, Wassergymnastik, Wasserball etc.) wiederholten sich täglich bei permanenter Dauerbeschallung mit Musik von 10-13 und von 14. 30-Mitternacht. Die Kinderdisco fand jeden Abend mit der gleichen Liederreihenfolge um 21. 30h statt. Danach folgte ein wechseldes Abendprogramm (Folkloreabend, Misterwahl, Modenschau etc.). An einen frühzeitigen Schlaf war dank der lauten Musik in einem Zimmer mit Pool- und Meerblick leider nicht zu denken. Das Hotel an sich ist schon ein bißchen älter, aber gut in Schuss. Wir fanden es schön, nicht in einer dieser überfüllten Bettenburgen im neueren Stadtteil von Sousse gelandet zu sein. Wenn man aus dem Hotel trat, hatte man das Gefühl in einer komplett anderen Welt zu sein, da man von jetzt auf gleich nur von Einheimischen umringt war. Die Nähe zur Medina zeichnet das Hotel auf jeden Fall aus. Wer ein bißchen was von Land und Leuten mitkriegen möchte und nicht nur am Hotelpool seinen Urlaub verbringt, hat vom Sousse Palace aus einen guten Ausgangspunkt. Das Angebot an Ausflügen in die nähere und weitere Umgebung waren bei jedem Reiseveranstalter reichlich gegeben.
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